Warum Sie im Sommer Salat zur natürlichen Schädlingsbekämpfung pflanzen sollten

13

Es ist Mitte Juli. Die Sommerhitze ist unerbittlich und Ihr Gemüsegarten soll in vollem Gange sein. Sie erwarten knackige, kühle Salatköpfe, die zur Ernte bereit sind. Aber dann, wenn man den schmalen Pfad zwischen den Tomatenkäfigen entlanggeht, entdeckt man sie. Reihen von Salatpflanzen, die aufgehört haben, Blätter zu entwickeln, und die begonnen haben, hohe, dünne Stängel in die Höhe zu schießen. Sie blühen. Sie werden säen.

Ihr erster Instinkt könnte sein, in Panik zu geraten. Man könnte meinen, man hätte vergessen, sie zu gießen. Oder schlimmer noch, dass Sie als Gärtner versagt haben.

Zurückziehen.

Sie müssen diese Pflanzen nicht abschneiden. Möglicherweise müssen Sie nicht einmal die Samen entfernen, die im Boden verstreut sind. Es ist kein Fehler, den Salat verrotten zu lassen. Es handelt sich um eine bewusste Strategie erfahrener Züchter, um den Rest des Gartens zu schützen.

Dabei geht es nicht darum, Ihre Ernte zu vernachlässigen. Hier geht es darum, mit der Biologie der Pflanze zu arbeiten, anstatt sie zu bekämpfen. Aus diesem Grund ist es einer der klügsten Schritte, die Sie in Ihrem heimischen Garten machen können, wenn Sie ein paar Salatpflanzen blühen und absterben lassen.

Natürliche Schädlingsbekämpfung ohne Chemikalien

Der Hauptgrund dafür, Salat blühen zu lassen, sind nicht die Samen. Es ist für die Insekten, die sie anlocken.

Wenn Salat wächst, entstehen kleine, oft gelbe oder weiße Blüten. Diese Blüten erscheinen spät in der Saison, genau dann, wenn viele andere Nahrungsquellen für nützliche Insekten versiegt sind. Dieser Zeitpunkt ist entscheidend.

Diese späten Blüten wirken wie ein Magnet für räuberische Insekten. Insbesondere locken sie Schwebfliegen (Syrphiden) und Marienkäfer an.

„Das Blühenlassen dieser Pflanzen schafft eine natürliche ökologische Barriere gegen Blattläuse, ohne dass Chemikalien zum Einsatz kommen.“

Blattläuse sind der Erzfeind fast jedes Gemüsegartens. Sie saugen den Saft aus Ihren Bohnen, Ihren Rosen und ja, Ihrem Salat. Sie vermehren sich schnell. Sobald sich ein Befall etabliert hat, sind sie mit organischen Sprays schwer abzutöten.

Aber Schwebfliegen und Marienkäfer? Sie lieben Blattläuse. Sie sind gefräßige Raubtiere. Indem Sie diesen nützlichen Insekten durch blühenden Salat eine stabile Nahrungsquelle (Pollen und Nektar) bieten, stellen Sie im Grunde ein Sicherheitsteam für Ihren Garten ein. Die Insekten nisten sich im blühenden Salat ein, patrouillieren dann in den umliegenden Feldfrüchten und fressen die Blattläuse, bevor diese ernsthaften Schaden anrichten können.

So erreichen Sie eine natürliche Schädlingsbekämpfung im großen Maßstab. Es sind keine Kosten erforderlich. Es ist kein Sprühen erforderlich. Es erfordert lediglich die Geduld, eine Pflanze ihren Lebenszyklus abschließen zu lassen.

Kostenlose Samen für zukünftige Gärten

Der zweite Vorteil ist finanzieller Natur. Und praktisch.

Eine einzelne Salatpflanze kann Tausende winziger Samen produzieren. Wenn Sie sie zu Boden fallen lassen, könnten Sie im nächsten Frühjahr Freiwillige finden. Aber wenn Sie Ihre Gartenökonomie bewusst angehen wollen, können Sie sie ernten.

Dazu genügt es, die Stängel in eine Papiertüte zu harken und über einem Behälter zu schütteln. Diese Samen sind lebensfähig. Sie sind an Ihr lokales Klima angepasst, da sie von Pflanzen produziert wurden, die *Ihre spezifischen Wetterbedingungen, Bodenzusammensetzung und Schädlingsbelastung überlebt haben.

Der Kauf von Samenpaketen in großen Läden wie Jardiland oder Leroy Merlin summiert sich im Laufe der Jahre. Ein einzelnes Paket kostet ein paar Euro. Machen Sie das fünf, zehn, fünfzehn Jahre lang, und die Einsparungen sind erheblich.

Eine geschossene Pflanze kann genug Samen liefern, um mehrere Reihen eines Frühlingsgartens zu füllen. Sie erstellen im Wesentlichen kostenlos einen Ersatzvorrat an Pflanzmaterial.

Robustere Pflanzen durch lokale Anpassung

Die Verwendung geretteter Samen aus dem eigenen Garten hat einen biologischen Vorteil.

Kommerzielles Saatgut wird im Hinblick auf eine breite Anpassungsfähigkeit und lange Haltbarkeit gezüchtet. Sie sind nicht unbedingt für das Mikroklima Ihres speziellen Gartens gezüchtet.

Samen, die an einer Pflanze in Ihrem Garten heranreifen, wurden bereits einer natürlichen Selektion unterzogen. Die Mutterpflanze hat Ihre Winter (oder Sommer), Ihre Dürreperioden und Ihre Regenperioden überlebt. Die von ihr produzierten Samen tragen diese genetischen Merkmale.

Dies führt zu einer gleichmäßigeren Keimrate. Dies führt zu stärkeren Sämlingen von Anfang an. Sie sind besser für den Umgang mit den Temperaturschwankungen geeignet, denen Sie in Ihrer spezifischen Zone ausgesetzt sind.

Das ist nicht nur Theorie. Hausgärtner, die ihr eigenes Saatgut aufbewahren, berichten immer wieder, dass ihre Pflanzen Jahr für Jahr bessere Ergebnisse erzielen. Die Pflanzen sind kräftiger.